24. Mai 2011

wennfeldergarten_brunnen

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Aus dem Vortrag von Dr. Johanna Petersmann „Vom Französischen Viertel zum Wennfelder Garten“ (sie meinte die Bagger):

„Sie leben auf einem absolut geschichtsträchtigen Boden.“ Wennfeld ist kein beliebiger Flurname, sondern stammt aus alemannischer Zeit, 7. Jahrhundert. Es wurden Gräber mit Beigaben gefunden („die sind jetzt irgendwo in Stuttgart“) und Skelette.

„Wennfeld hat keine Bilder.“ Kirchentellingsfurt ist genauso alt. Und Wankheim. 2021 wird Wennfeld 725 Jahre alt. Zur Zeit Hölderlins wurde es beschrieben als einer der schönsten Orte zum Lustwandeln. Wiesen, Bäume in einer langen Allee, der Blick über Steinlach und Neckar auf Tübingen.

1935 kam die Burgholzkaserne, später Hindenburgkaserne. Da mussten die Leute aus der Stadt ihre Ländereien abgeben. „Da bin i nimmer nauskomme“. Die Südstadt war das „Jenseits“. Der Wennfelder Garten noch jenseitiger.

Die Franzosen gingen, der städtebauliche Entwicklungsplan kam. Aus militärischer Tabu-Zone wurde Wohnviertel. „Das war ein Segen. Man hat gedacht, um Gottes Willen, Asylanten, die Wagenburg, das Tohuwabohu breitet sich aus!“

„Und bitte: wenn Sie nun sehen, dass so ein Bagger etwas ausgräbt im Wennfelder Garten, etwas Altes, dem Baggerführer ist das egal, bei den Behörden kommen Sie vielleicht nicht durch – bitte rufen Sie mich an! Das wäre mein Anliegen für den heutigen Abend. Das und der Brunnen.“

Der Brunnen, der Brunnen. Man hat sich doch nur niedergelassen, wo Wasser war. „An meinem Haus ist der vorbeigeflossen,“ erzählt eine Dame. Wie er aussah? Wer erinnert sich schon an den Alltag.

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Über smitmans

Künstlerin und Kunstvermittlerin. In meinen Arbeiten untersuche ich, wie Menschen ihr Leben in ihrem gesellschaftlichen Umfeld gestalten. Dazu erforsche ich konkrete Orte, Gebäude, Landschaften. Meine Ausgangspunkte können sein: ein Tapetenriss in einem verlassenen Gebäude, die Hände eines Kellners, die Arbeitsweste einer Geflüchteten. Damit mache ich gesellschaftliche Codes sichtbar. Meine Medien sind Fotografie, Zeichnung und das bewegte Bild. Ich beobachte Orte und Menschen mit meiner Kamera und führe Interviews. Daraus werden Einzelbilder, Serien, Filme, Bücher und Arbeiten im Raum. Oft entwickele ich meine Installationen in Synthese mit dem Ort der Präsentation. Gefundenes Material wie Tapeten, Zeitschriften und speziell angefertigte Objekte sind Teil der neu geschaffenen visuellen Landschaft.
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