Görlitzer Weg

GörlitzerWeg6_Schlafen

GörlitzerWeg6_Schlafen

Der Görlitzer Weg ist keine Straße, sondern ein Weg. Der Name passt. Der Görlitzer Weg ist ca 200 m lang, hat zwei Kurven und drei Straßenlaternen. Der Görlitzer Weg geht bergab.

Zwei Männer laufen vorbei mit identisch orangen Regenschirmen, zugeklappt, wie ein Wanderstock, den sie gerade nicht zum Wandern brauchen. Ansonsten ähneln sich die Männer nicht. Der Eine hat lange blonde Haare unter dunkelblauer Mütze, helle Hose und einen grossen schwarzen Hund. Dem Anderen sitzt die schwarze Mütze auf dunklem Kopf auf langem schwarzen Mantel. Angeregt sich unterhaltend laufen sie orange Regenschirme schwenkend den Görlitzer Weg hinab.

Der Görlitzer Weg geht bergauf. Er verbindet Eisenhutstraße und Wennfelder Garten(-Straße), die eigentlich eine sind, mit zwei Namen, vor und nach der Kurve.

Der Görlitzer Weg ist gesäumt von Wiese, da ist kein Bürgersteig. Hier und da liegt ein großer Stein, wie man sie am Feldweg findet. Bäume, ein paar Sträucher, Parken nur für Anwohner, diese Parkplätze sind Eigentum der GSW. Hier ist der Wennfelder Garten am Grünsten.

Vom Görlitzer Weg führen kleine gepflasterte Wege mit und ohne Pfosten, mit und ohne Treppe zu den Wohn- und Keller-Eingängen der Häuser mit Adresse Görlitzer Weg.

Es ist nie so, dass hier nichts los wäre.

Der Görlitzer Weg ruft Fragen auf: Wo ist eigentlich Görlitz? Was passiert mit dem Weg nach dem Abriss?

Dem Bebauungsplan aus dem Jahr 2012 entnehme ich, es wird keine Straße geben, wo jetzt der Görlitzer Weg verläuft. Bergab und bergauf, zwei Kurven und drei Straßenlaternen

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Über smitmans

Künstlerin und Kunstvermittlerin. In meinen Arbeiten untersuche ich, wie Menschen ihr Leben in ihrem gesellschaftlichen Umfeld gestalten. Dazu erforsche ich konkrete Orte, Gebäude, Landschaften. Meine Ausgangspunkte können sein: ein Tapetenriss in einem verlassenen Gebäude, die Hände eines Kellners, die Arbeitsweste einer Geflüchteten. Damit mache ich gesellschaftliche Codes sichtbar. Meine Medien sind Fotografie, Zeichnung und das bewegte Bild. Ich beobachte Orte und Menschen mit meiner Kamera und führe Interviews. Daraus werden Einzelbilder, Serien, Filme, Bücher und Arbeiten im Raum. Oft entwickele ich meine Installationen in Synthese mit dem Ort der Präsentation. Gefundenes Material wie Tapeten, Zeitschriften und speziell angefertigte Objekte sind Teil der neu geschaffenen visuellen Landschaft.
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