Wenn Häuser in Felder und Gärten …

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Die Häuser im Wennfelder Garten wachsen. Die Frau, den Kopf bedeckt mit einem Tuch, wie sie die früher hatten, steht am Bauzaun und guckt.

„Dahinten haben wir gewohnt. Als sie die Mauer gebaut haben, sind wir gekommen – meine Mutter und ich. Ich war 16. Wir haben erst auf dem Dorf gewohnt, aber meine Mutter hat in Tübingen gearbeitet. Als sie uns die Wohnung angeboten haben, habe ich gesagt, jetzt machst du das. Wir haben alles selber gemacht da. Freunde haben uns die Wände gestrichen. Jetzt wohnt mein Sohn in der Wohnung. Ich wohne ein paar Straßen weiter.“

„Gegenüber war der Backofen. Nein, das waren keine Häuser, das waren richtige Baracken. Und da war ein kleiner Laden.“

„Die Soldaten haben mir keine Angst gemacht. Wir haben mit denen gelebt. Aber dahinten, in der Alexanderstraße, da sind sie richtig marschiert. In Kolonnen.“

„Es verändert sich. Wer hätte gedacht, dass das so hoch wird.“

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Über smitmans

Künstlerin und Kunstvermittlerin. In meinen Arbeiten untersuche ich, wie Menschen ihr Leben in ihrem gesellschaftlichen Umfeld gestalten. Dazu erforsche ich konkrete Orte, Gebäude, Landschaften. Meine Ausgangspunkte können sein: ein Tapetenriss in einem verlassenen Gebäude, die Hände eines Kellners, die Arbeitsweste einer Geflüchteten. Damit mache ich gesellschaftliche Codes sichtbar. Meine Medien sind Fotografie, Zeichnung und das bewegte Bild. Ich beobachte Orte und Menschen mit meiner Kamera und führe Interviews. Daraus werden Einzelbilder, Serien, Filme, Bücher und Arbeiten im Raum. Oft entwickele ich meine Installationen in Synthese mit dem Ort der Präsentation. Gefundenes Material wie Tapeten, Zeitschriften und speziell angefertigte Objekte sind Teil der neu geschaffenen visuellen Landschaft.
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