Weihnachten im September

Auf dem Weg ins Wennfeld, ins Französische Viertel sehe ich seit Tagen einen Weihnachtsbaum im erleuchteten Fenster. Bei Aldi verkaufen sie Lebkuchen. Es ist September.

Warum nicht? Frage ich mich. Was? Bringt jemanden dazu, einen Weihnachtsbaum das ganze Jahr im Zimmer stehen zu lassen. Wie fühlt sich das an? Hängt er oder sie nach Weihnachten die Dekoration ab, im Ritual, wie Alle? Und läßt dann den Baum einfach stehen. Lebt mit ihm – im Frühling, im Sommer, im Herbst – , um ihn im Winter neu zu bekleiden.

AufdemWeginsWennfeld_Weihnachtsbaum

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Ich schiebe mein Fahrrad zurück. Ich gucke. Der Weihnachtsbaum ist ein Kaktus.

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Über smitmans

Künstlerin und Kunstvermittlerin. In meinen Arbeiten untersuche ich, wie Menschen ihr Leben in ihrem gesellschaftlichen Umfeld gestalten. Dazu erforsche ich konkrete Orte, Gebäude, Landschaften. Meine Ausgangspunkte können sein: ein Tapetenriss in einem verlassenen Gebäude, die Hände eines Kellners, die Arbeitsweste einer Geflüchteten. Damit mache ich gesellschaftliche Codes sichtbar. Meine Medien sind Fotografie, Zeichnung und das bewegte Bild. Ich beobachte Orte und Menschen mit meiner Kamera und führe Interviews. Daraus werden Einzelbilder, Serien, Filme, Bücher und Arbeiten im Raum. Oft entwickele ich meine Installationen in Synthese mit dem Ort der Präsentation. Gefundenes Material wie Tapeten, Zeitschriften und speziell angefertigte Objekte sind Teil der neu geschaffenen visuellen Landschaft.
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