Junihitze – Baum weg

Eisenhut_Baumweg

Eisenhut_Baumweg

Ich hatte mich auf den Baum gefreut. Einer der Schönsten. Er blühte im Frühling.

Das Thema „Grün“ treibt Nachbarn und Nachbarinnen um. Geliebt wird, was da ist. Genutzt werden kleinste Flächen, um, was gefällt, hinein zu setzen: eine Tulpe, eine Geranie, Rosen, hier und da Tomaten. Vor einem Abriss kommen Hände und buddeln aus, was zu retten ist. Bäume kann man nicht mitnehmen.

Wennfeld_Baumstumpf

Wennfeld_Baumstumpf

Eine Anwohnerin schrieb mir im März 2014:

„Interessiert  lese ich hin und wieder Ihren Blog. Eine der Rosen (vom Abrisshaus Görlitzer Weg) haben übrigens meine Tochter und ich ausgegraben und in das schmale Vorbeet des Wennfelder Garten 22 gesetzt – sie scheint angewachsen zu sein. Die meisten Bäume, Sträucher und Zwiebelblumen wurden natürlich weggebaggert. Das ist mein erster Kritikpunkt am „neuen Wennfelder Garten“: Zuviel, vielfältiges Grün verschwindet. Selbst Bäume, die laut Bebauungsplan eigentlich stehen bleiben sollten, kommen weg – nicht zuletzt, weil es in Tübingen keine Baumschutzsatzung gibt und weil es für alle Bauprojekte des Stadtgebiet nur zwei Baukontrolleure zur Verfügung stehen, die anscheinend selbst für die Kontrolle von Großprojekten kaum Zeit finden. So verschwinden nicht nur in der Umgebung der Abrisshäuser teils quartiersprägende Weiden, Apfelbäume, Fichten, Birken usw. sondern auch – ohne Vorankündigung bei anderen Maßnahmen. (…) Zum Teil sind wohl in Neubau- bzw. Sanierungsflächen „Nachpflanzungen“ vorgesehen. Erfahrungsgemäß bestehen diese nicht nur bei der GWG aus Ministräuchern oder Bäumen, ergänzt um ca. gemähtes Monotongrün.“

„Nicht wenige, bereits beengt lebenden BewohnerInnen dieses Viertels haben letztes Jahr ihre Kleingärten entlang der Bahngleise (bei Fa. Moeck) ersatzlos für Baumaßnahmen verloren. Ersatzlos, weil, so ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung: Die Neuanlage von (günstig verpachteten) Kleingärten lohnt sich für die Stadt nicht! Es wäre also auch sozialen Gründen angebracht, nicht das meiste Grün vor der Haustür zu beseitigen. Der Verweis auf  den nahe Wald (der von Stadtplanungsseite auch schon gebracht wurde) hilft den Kindern im Viertel wenig, die vor der Haustüre spielen wollen/ sollen.“

Wennfeld_Junihitze

Abriss-Blumen

Juni-Hitze

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Über smitmans

Künstlerin und Kunstvermittlerin. In meinen Arbeiten untersuche ich, wie Menschen ihr Leben in ihrem gesellschaftlichen Umfeld gestalten. Dazu erforsche ich konkrete Orte, Gebäude, Landschaften. Meine Ausgangspunkte können sein: ein Tapetenriss in einem verlassenen Gebäude, die Hände eines Kellners, die Arbeitsweste einer Geflüchteten. Damit mache ich gesellschaftliche Codes sichtbar. Meine Medien sind Fotografie, Zeichnung und das bewegte Bild. Ich beobachte Orte und Menschen mit meiner Kamera und führe Interviews. Daraus werden Einzelbilder, Serien, Filme, Bücher und Arbeiten im Raum. Oft entwickele ich meine Installationen in Synthese mit dem Ort der Präsentation. Gefundenes Material wie Tapeten, Zeitschriften und speziell angefertigte Objekte sind Teil der neu geschaffenen visuellen Landschaft.
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