Ostermontag 2018

 

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SiebenUhrdreißig morgens. Die Kinder über mir sind schon lange wach. Erste Blüten am Schwarzdorn. Auf der Straße kein Mensch. Bodenfrostweiße auf Gras, Autofenstern und Fahrradsattel. Die Luft ist frisch. Weil die Hälfte des roten Hauses (Atelier Nr.2) abgerissen wurde, scheint die Sonne in mein Fenster.

Die albanischen Eltern sind wieder abgereist. Zwei Jahre nach der Ablehnung ihres Aslyantrags waren sie nun zu Besuch. Im Koffer haben sie jetzt: Gutes Deutsch und Hoffnung auf einen Neustart in Deutschland mit festen Arbeitsstellen. Die Ausländerbehörde muss entscheiden, ob sie Arbeit annehmen dürfen – Jobs, die niemand mit deutschen Papieren machen möchte.

Der Frühling ist da.

 

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Über smitmans

Künstlerin und Kunstvermittlerin. In meinen Arbeiten untersuche ich, wie Menschen ihr Leben in ihrem gesellschaftlichen Umfeld gestalten. Dazu erforsche ich konkrete Orte, Gebäude, Landschaften. Meine Ausgangspunkte können sein: ein Tapetenriss in einem verlassenen Gebäude, die Hände eines Kellners, die Arbeitsweste einer Geflüchteten. Damit mache ich gesellschaftliche Codes sichtbar. Meine Medien sind Fotografie, Zeichnung und das bewegte Bild. Ich beobachte Orte und Menschen mit meiner Kamera und führe Interviews. Daraus werden Einzelbilder, Serien, Filme, Bücher und Arbeiten im Raum. Oft entwickele ich meine Installationen in Synthese mit dem Ort der Präsentation. Gefundenes Material wie Tapeten, Zeitschriften und speziell angefertigte Objekte sind Teil der neu geschaffenen visuellen Landschaft.
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