Wennfeld goes Museum

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Wennfeld_Regenbogen, Juni 2018

Das Wennfeld wird berühmt. Das Französische Viertel war es schon. Die Wagenburgen auch – irgendwie. Ins Französische Viertel ergießen sich sommers täglich Busladungen Neugierige um weltweit preisgekrönte Stadtentwicklung live lebend zu erkunden und zu bestaunen. Nächste Woche kommt auch der Wennfelder Garten ins Museum – ins Stadtmuseum. Am Freitag, den 22. Juni um 19 Uhr ist die Eröffnung der Ausstellung „Am Rand wird’s intressant – Wohnutopien und -Realitäten im Tübinger Süden“.

Zu sehen oben: das älteste noch stehende Haus des Wennfelder Gartens – die Schäferei der Familie Quint/Andresen. Vor ungefähr 100 Jahren wurde es vom Schäfer gebaut, der nicht mehr umherziehen, sondern seßhaft werden wollte. Seitdem in nächster Nachbarschaft mit Miltär, Obdachlosen, Wagenbewohnenden, Geflüchteten, Migrierten – Menschen eben.

Heute haben sich die (Bau-)Bedingungen geändert. Es sind 100 m Abstand nötig zum Schafstall – weit mehr als annodazumal- , will neu für’s Wohnen gebaut werden. Will, muss, kann? Es brodelt Streit seit einigen Jahren nun.

Wie wollen wir leben?

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Creatures out of space

Nach Abwesenheit zurück gekommen ins Wennfeld scheint im Grün die Blüte schon vorbei. Beim Gießen im Vorgarten bilden sich gelbe Pfützen. Gelber Staub auf Straßen, Autos, Blumen, Fahrradsitzen. Dringt durch Fensterritzen. Bildet Schichten auf Möbeln, Herdplatten, an Fensterscheiben. Jeden Tag aufs Neue. Husten. Regen fehlt.

Ich wandere über’s Brachland, um zu entdecken, was blüht. Hier und da setzt sich eine Pfingstrose durch, deren Wurzeln der Bagger nicht den Garaus machen konnte. Akelei und Tränendes Herz. Reste von Tulpen, Primeln. Zitronenmelisse überall. Bewohnte Wüste.

Nachrichten aus dem Weltall.

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Frühlingsabend

 

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Frühlingsabend

 

 

 

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Ostermontag 2018

 

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SiebenUhrdreißig morgens. Die Kinder über mir sind schon lange wach. Erste Blüten am Schwarzdorn. Auf der Straße kein Mensch. Bodenfrostweiße auf Gras, Autofenstern und Fahrradsattel. Die Luft ist frisch. Weil die Hälfte des roten Hauses (Atelier Nr.2) abgerissen wurde, scheint die Sonne in mein Fenster.

Die albanischen Eltern sind wieder abgereist. Zwei Jahre nach der Ablehnung ihres Aslyantrags waren sie nun zu Besuch. Im Koffer haben sie jetzt: Gutes Deutsch und Hoffnung auf einen Neustart in Deutschland mit festen Arbeitsstellen. Die Ausländerbehörde muss entscheiden, ob sie Arbeit annehmen dürfen – Jobs, die niemand mit deutschen Papieren machen möchte.

Der Frühling ist da.

 

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Es geht weiter…

 

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März 2018

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Februar 2018

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Herbst 2017

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Winter 2015

 

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Narzissen vor Schnee

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Narzissen auf Fensterbank vor Schnee(matsch) in der Nacht, Wennfelder Garten 1.

 

 

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Vom Winter, der nicht war

 

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Wenn du morgens aufwachst, spürst du die Stille. Du hörst: draußen ist es weiß. Diesen Winter rauscht es. Es regnet nass und nässer. Graubraun. Bis auf zwei Mal:

Einmal stand ich am Fenster. Zufällig. Plötzliches Schneegestöber in der Nacht. Innerhalb weniger Minuten sind Wege, Bäume, Zäune, Schilder weiß. Ein Krankenwagen mit Blaulicht fährt – die Panzerstraße hoch. Nein, er kommt zurück. Fährt den Berg hoch. Kommt zurück. Kostbar verlorene Zeit.

Er hält direkt vor unserem Haus. Mein Nachbar – zusammengebrochen unter der Verantwortung der Flucht. Er hat den Notarzt gerufen, sie konnten die Hausnummer nicht finden. Er ist wieder aufgestanden. Wer fliehen muss, entwickelt Kräfte. Soll sich eine(r) beklagen, wenn er die Kehrwoche nicht macht. In manchen Situationen bleibt keine Dringlichkeit für ein sauberes Treppenhaus.

Die Wohnungsbaugesellschaft hat eine externe Firma zum Schneeschippen vor’m Haus angestellt. Das kommt auch den Nachbarn und Nachbarinnen zugute, deren (Arbeits-)Leben aus Putzen besteht.

Bei den ersten Schneeflocken verwandelt sich die Panzerstraße in die beste Schlittenbahn weit und breit. Poporutscher, Bobs, Plastiktüten rutschen auch auf dünnem Weiß. Hier treffen sich Alle. Irgendwer umwickelt regelmäßig den Pfosten der Schranke am unteren Ende der Rutschbahn mit Strohballen. Danke.

 

 

 

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